DIC Deutsche Immobilien Chancen - Investor und Projektentwicklung auf dem deutschen Markt für Gewerbeimmobilien

Die drei Geschäftsfelder Portfolio- und Assetmanagement, Projektentwicklung und Opportunistische Investments sind die Basis für eine stabile und chancenorientierte Unternehmensentwicklung.


Presseschau

„Immer unter Strom" – Ulrich Höller im Porträt

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.12.2014

Ulrich Höller ist ein Energiebündel. Als Jugendlicher wollte er Archäologe werden. Jetzt baut er lieber neue Hochhäuser - in Windeseile.


VON RAINER SCHULZE
Wer bei der Deutschen Immobilien Chancen (DIC) anruft und mit Ulrich Höller verbunden wird, der landet nicht einfach nur kurz in der Warteschleife. Er hört auch Musik, die zur Jahreszeit passt. Und wohl auch zur Stimmung des Chefs. Im Moment ist es "Driving Home for Christmas".

Als vor zwei Wochen bekannt wurde, dass die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten für 350 Millionen Euro im Frankfurter Bankenviertel ein Hochhaus der DIC erwirbt, das es noch gar nicht gibt, stand in Höllers Sekretariat das Telefon nicht mehr still. Aus ganz Deutschland riefen die Journalisten an. Und hörten erst einmal die wohlige Reibeisenstimme von Chris Rea. Eigentlich ist es nichts Ungewöhnliches, wenn ein Bürohaus den Besitzer wechselt. Oft ist es sogar die Voraussetzung dafür, dass der Bau überhaupt beginnen kann. Aber während sonst Immobilienfonds und Pensionskassen einsteigen, ist es bei Höller eben eine der reichsten Frauen Deutschlands. Ihr Vertrauen erwirbt sich nicht jeder.

Es ist bezeichnend, dass Höller das gelingt. Er ist ein Netzwerker, im positiven Sinne, denn er bringt Menschen zusammen. Der Vorsitzende des Vorstands der DIC verdankt seinen Erfolg auch seinem Charakter. Höller ist ständig unter Strom. Einer seiner Kollegen sagte einmal zu ihm: "Du hast die Finger immer in der Steckdose."

Höller ist quirlig, ohne unsolide zu wirken. Er hat sich etwas jungenhaft Zugewandtes bewahrt und in dieser Hinsicht einiges mit Jürgen Engel, einem seiner Lieblingsarchitekten, gemeinsam. Von Engel stammt auch das 110 Meter hohe Hochhaus Winx, das jetzt Klatten gehört. Ende 2017 wird es fertig sein, die Bank Union Investment zieht dann ein.

Das Hochhaus markiert den Abschluss des Maintor-Quartiers. Unter diesem Namen baut die DIC am Frankfurter Mainufer ein kleines Stadtviertel. Wo sich bis vor wenigen Jahren noch der abgeriegelte Firmensitz der Degussa befand, sind nicht weniger als vier Hochhäuser im Bau und teilweise schon fertig. Auch die beiden anderen Schwergewichte der Frankfurter Architektenszene, Christoph Mäckler und Jo Franzke, hat Höller beauftragt. Teure Eigentums- und Mietwohnungen, Restaurants und Geschäfte kommen hinzu.

Als die DIC 2011, mitten in der Finanzkrise und in einem schwachen Büromarkt, mit der Entwicklung begann, traute ihr kaum einer zu, dass das Großprojekt so reibungslos über die Bühne geht. Dann stieg auch noch der Miteigentümer Morgan Stanley aus. Der Plan ging dennoch auf: Schon vor der Fertigstellung sind alle sechs Teilprojekte des Maintor-Quartiers mit einem Gesamtvolumen von rund 750 Millionen Euro vermarktet. "Jetzt kommen die Vollendung und Veredelung", sagt Höller. Antizyklisch nennen Manager so ein Geschäft. "Man muss in einer schlechten Zeit beginnen, um in einer Wachstumsphase fertig zu sein."

Es ist der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn. Geboren wurde Höller vor 48 Jahren in Essen, aber aufgewachsen ist er in Trier. In der ältesten Stadt Deutschlands hat er nicht nur seinen sympathischen Dialekt erworben - Höller spricht das "r" oft wie ein "ch" hinten im Rachen -, sondern auch sein Handwerk gelernt. Als Student fing er bei der Projektentwicklungsgruppe Waco an, einem mittelständischen Unternehmen mit 40 Mitarbeitern. Dort konnte Höller sich frei betätigen und entfalten - die idealen Bedingungen, um zu lernen und zu wachsen. Rasch stieg er zum Geschäftsführer auf, im Alter von nur 28 Jahren.

In seiner Heimatstadt an der Mosel habe er "einige Duftnoten" gesetzt, sagt Höller selbst. Das Palais Walderdorff, ein barockes Baudenkmal aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurde von Waco neu gestaltet. Auch der Umbau des alten Stadtbads in Hagen zu einem Wohnstift stammt von Höllers alter Truppe.

Ende 2000 ging Waco in der frisch gegründeten Deutschen Immobilien Chancen auf, die Höller zu einem börsennotierten Unternehmen mit 220 Mitarbeitern und einem Immobilienvermögen von 3,4 Milliarden Euro ausgebaut hat. Die DIC Asset AG ist auf Gewerbeimmobilien, insbesondere Büroimmobilien, in Deutschland spezialisiert und nennt 250 Gebäude ihr eigen. Vom Kaufhof in der Fußgängerzone von Chemnitz bis zum Maintor-Areal.

In einen der Türme dort ist Höller selbst eingezogen. Im Hochhaus Primus hat er sein Büro, aus Designersesseln fällt der Blick auf die Neue Mainzer Straße. Hier, am Beginn der Bankenklamm, ist Frankfurt wenigstens ein bisschen wie New York. Die Stadt der Städte hat es Höller angetan: An der Wand hängt ein Foto der Chelsea Pears, einer Sportanlage am Westufer von Manhattan.

Höller hat sich die Stadt erlaufen, schon mehrfach war er beim New-York-Marathon dabei. Auch andere Städte lernt er beim Joggen kennen. Wenn er verreist, hat er eigentlich immer seine Laufsachen dabei und wählt auch die Hotels nach der besten Laufstrecke aus. New York ist für ihn zwar eine tolle Stadt. "Aber ich träume nicht davon."

Denn seine Traumstadt hat Höller schon gefunden. Frankfurt ist für ihn zur Heimat geworden. Nicht nur beruflich: Die DIC wickelt etwa ein Drittel ihres Geschäfts im Rhein-Main-Gebiet ab. Das Bienenkorbhaus an der Konstablerwache hat sie revitalisiert. An der Hasengasse hat sie ein Gebäude aus den fünfziger Jahren zur Stadtbücherei umgebaut. Höller träumt davon, die Stadt "urbaner" zu gestalten und Monokulturen aufzubrechen. "Ich will mehr Leben in die Innenstadt bringen."

Auch privat ist Frankfurt längst sein Lebensmittelpunkt geworden. Anfangs nahm er sich eine Mietwohnung im Westend, 1997 zog er mit seiner Frau Beate, die er in Trier kennengelernt hat, ganz hierher. Die ersten acht Jahre lebten sie in Sachsenhausen. Mit ihren beiden gemeinsamen Kindern leben sie heute im Süden Frankfurts. Seit 18 Jahren sind sie nun verheiratet. Wenn die 15 und 12 Jahre alten Kinder etwas größer sind, will der erklärte Frankfurt-Fan Höller wieder in die Stadt ziehen. Dann geht es zurück ins Westend.

Höller hat eine frische, einnehmende Art. Er spielt das nicht, sondern hat Spaß an der Sache. "Ich versuche immer, authentisch zu sein", sagt er. Wie auch anders, denn einer wie er arbeitet den ganzen Tag. Der beginnt für ihn früh am Morgen um sechs Uhr mit einer Stunde Waldlauf. Vielleicht kommt daher seine gesunde Gesichtsfarbe. "Ich bin ein totaler early bird", sagt er. Der Frühaufsteher wirkt auch abends oft noch wie frisch geduscht.

Das Laufen ist für ihn nicht der einzige Ausgleich. Höller ist auch kulturell interessiert - und engagiert. Für Gegenwartskunst schlägt sein Herz, im Freundeskreis des Museums für Moderne Kunst bringt er sich im Vorstand ein. Vorübergehend hat er dem MMK auch ein Dach über dem Kopf gegeben. Für die Jubiläumsausstellung im Sommer und Herbst 2011 stellte er noch einmal das Degussa-Areal zur Verfügung. Die Sammlung machte sich gut in den abbruchreifen Räumen. Im Erdgeschoss gab es eine Kantine. Mehr als 100 000 Besucher kamen.

Solche Kulturprojekte fördert Höller, ohne viel Aufhebens davon zu machen. Vor einigen Jahren hätte er der Stadt sogar beinahe ein Museum gebaut. Nicht umsonst, denn dafür ist er viel zu sehr Geschäftsmann. Aber für einen fairen Preis hätte er auf dem Maintor-Areal das Museum für Weltkulturen errichtet.

Damals konnten sich die Stadtpolitiker nicht dazu durchringen. Heute wissen sie, dass eine unwiederbringliche Chance verloren ist. So günstig wird die Stadt einen schmerzhaft vermissten Museumsneubau für die ethnologische Sammlung wohl nie wieder bekommen. Vor allem wäre er in absehbarer Zeit schon fertig. Denn das Erweiterungsprojekt im heutigen Museumspark ist auf unabsehbare Zeit verschoben.

Höller sagt rückblickend, er sei "enttäuscht und fassungslos" gewesen, als ihm die Stadt damals absagte. "Für das Areal und die Stadt wäre es klasse gewesen. Aber ich schüttele das ab." Ein Museum hätte auch das Maintor-Areal zusätzlich belebt. Es wäre ein Grund für den "normalen" Frankfurter gewesen, das Quartier aufzusuchen.

Abschütteln, Kopf hoch, weiter: Nach dieser Devise geht Höller mit Niederlagen um. Geschäftspartner beschreiben ihn als seriös und "extrem zuverlässig". Er ist selbstbewusst und kann sich gut verkaufen. Dass einer wie er in der Immobilienbranche tätig ist, der manchmal mehr als nur Schläue nachgesagt wird, tut ihrem Image ganz gut. Die Branche gelte als "more tricky", sagt Höller. "Das mache ich nicht mit."

Vielleicht trägt auch der persönliche Hintergrund dazu bei, dass Höller bodenständig geblieben ist. "Ich lebe seit 18 Jahren in Frankfurt, aber ich komme aus der Provinz", sagt er selbst. Sein Vater war Professor für Maschinenbau, viele seiner vier Geschwister sind ebenfalls Lehrer geworden.

Höller ist beruflich viel unterwegs. Etwa die Hälfte der Arbeitszeit verbringt er nicht in Frankfurt. Trotzdem zieht es ihn auch im Urlaub in ferne Länder. Meistens geht es in die Sonne, oft auf Fernreisen. Ob nach Ecuador oder Argentinien, Australien oder Jordanien. Als Jugendlicher wollte er Archäologe werden. Darum lässt er im Urlaub auch heute noch kaum ein antikes Gemäuer oder eine Kultstätte aus. "Reisen ist für mich Lernen und Erleben", sagt er. Abends im Bett, um 23 Uhr, werden die nächsten Reisen minutiös geplant. über Ostern geht es nach Guatemala.

Aber Höller ist auch gerne zuhause. An Frankfurt gefällt ihm, dass es großstädtisch und übersichtlich zugleich sei. "Ich muss in keiner anderen Stadt leben." Vielleicht kann er zu ihrer Entwicklung noch etwas beitragen. Die DIC hat jüngst den alten Büroturm der Union Investment am Main gekauft. Er könnte ein Wohnhochhaus werden.

Es ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass sich Höller nach dem Maintor-Projekt zurücklehnt. Er sagt über sich selbst, er sei nicht "hyperehrgeizig", sondern einfach "mit Herzblut" dabei. Im rheinischen Dialekt.

Zur Person
Ulrich Höller führt seit 2001 die Deutsche Immobilien Chancen (DIC Asset AG), eines der größten Immobilienunternehmen Deutschlands. Das Hauptgeschäft besteht in der Vermietung von Gewerbeimmobilien. Ein weiteres Geschäftsfeld ist die Projektentwicklung. Auf dem alten Degussa-Gelände in der Frankfurter Innenstadt baut DIC für 750 Millionen Euro das Maintor-Quartier. Höller kam im Januar 1966 in Essen zur Welt und wuchs in Trier auf. An der European Business School in Oestrich-Winkel studierte er Betriebswirtschaft und Immobilienökonomie. 1997 zog Höller nach Frankfurt. Mit seiner Familie lebt er heute in einem Vorort südlich der Stadt.



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